Auswildern

Nur gesunde Tiere dürfen bei günstiger Witterung (trocken, frostfrei) ins Freigehege umziehen, wenn wegen fortgeschrittener Jahreszeit eine sofortige Rückführung in die Freiheit nicht mehr möglich ist.

Ab Ende Oktober sollten Jung-Igel, die ins Freigehege umziehen, mindestens 500 g, besser 600 g wiegen.  Ein gesunder Igel, der sein Sollgewicht erreicht hat, muss Winterschlaf halten können, am besten artgerecht im Freien. Manchmal reicht ein einfaches Schlafhaus, aber es kann auch ein Gehege erforderlich sein. Gerade wenn im Garten bereits Igel ansässig sind, ist ein Gehege sinnvoll. Im Freigehege kann das Tier noch beobachtet  und  auf seine Freiheit-Tauglichkeit geprüft werden.

Das Gehege:

An einer ruhigen, schattigen und trocken Stelle im Garten errichten Sie ein Gehege. Für die Größe gilt „je größer desto besser“, mindestens jedoch 4 m² (2 mal 2 m).

Für den Gehegebau brauchen Sie folgendes Material: 8 m Kükenzaun (2,5 cm Maschenweite, 1 m hoch),  4 (zur Stabilisierung ev. 2 bis 3 mehr) Holzpfosten oder Baustahlstangen (1 m hoch), 2 Holzkisten, etliche Backsteine.

Die Pfosten in der gewünschten Gehegegröße in den Boden reinschlagen.  Der Zaun wird daran angebunden (z.B. Kabelbinder, Draht) oder angetackert. Die beiden Zaunenden zusammenführen und nach außen umschlagen und verbinden. Abstehende Kabelbinderenden abschneiden Verletzungsgefahr!- Das untere Ende des Zaunes ca. 20 cm tief eingraben oder nach außen umbiegen und mit Steinen oder Brettern beschweren. Dies verhindert das Untergraben des Zaunes. Oben bilden Sie 15 bis 20 cm Überhang nach innen. Klettert der Igel am Zaun hoch, fällt er am Überhang zurück ins Gehege. Bei einer Zaunhöhe von 50 – 60 cm bleibt der Sturz ohne Folgen und Sie selbst können diese  Höhe gut übersteigen, um zur Fütterung ins Freigehege zu gelangen.

Das Schlafhaus:

Beim Bau eines Schlafhauses die Atmungsaktivität unbedingt beachten. Eine luftige Holzkiste wird mit wasserdichtem Material bedeckt und mit Steinen beschwert. Unter F.A.Q. finden Sie Baupläne für ein massives, haltbares Igel-Schlaf- und Futterhaus! Einen Eingang von maximal 10 x 10 cm ganz rechts oder links aussägen. Als Nestmaterial verwenden Sie „trockenes“ Hafer- oder Weizenstroh (bitte kein Gerstenstroh – kratzt) ohne Ähren. In die Mitte des Nestes, wenn vorhanden, eine Handvoll „trockenes“ Laub geben. Bitte nicht zu fest ausstopfen, damit unser Igel noch die Möglichkeit hat, sich sein Heim selbst einzurichten. Zusätzlich angebotenes, „trockenes“ Nestmaterial verwendet der Igel für den weiteren Ausbau.

Das Futterhaus:

Um das Futter vor Feuchtigkeit, Nässe und dem Verzehr durch ungebetene Gäste (Katzen, Vögel) zu schützen, benötigen Sie eine einfache Holzkiste, die, wie das Schlafhaus, ebenfalls gegen Regen  geschützt wird. Ein besseres Katzensicheres Futterhaus finden Sie unter F.A.Q.! Der Eingang (maximal 10 x 10 cm groß) liegt auf der kurzen Seite der Kiste, ganz links oder rechts. Die Futterschale steht ganz hinten, möglichst weit vom Eingang entfernt. Ein kleines Labyrinth im Bereich des Eingangs hilft zusätzlich das Futter gegen den Hunger von Katzen zu schützen. Während des Winterschlafes des Igels stellen Sie als Notration eine Igel-Trockenfutter-Mischung und eine Schale Wasser ins Futterhaus. Falls diese verzehrt wird, für ausreichenden Nachschub sorgen!

ACHTUNG!!!

  • Schlaf- und Futterhäuser unbedingt an einem trockenen und schattigen Platz aufstellen! – Nicht in Mulden, Senken oder unten an einem Abhang!
  • Kein Styropor verwenden!

Einige Gehege-Vorschläge:

Zurück in die Freiheit

Herrscht im Frühjahr kein Dauerfrost mehr, wachen unsere Winterschläfer auf. Jetzt wird wieder zugefüttert. Aber bitte daran denken, am Anfang Schonkost geben. Ist der Igel gesund und rund ( Birnenförmig von oben gesehen ), ihn allerspätestens Anfang Mai entlassen. Durch die Schaffung einer Öffnung im Zaun des Geheges darf er in unseren offenen Garten.

Aktion „Lebensrettung  Igel“ ist somit erfolgreich abgeschlossen!